Das Positive an diesem Schreiben dürfte wohl in der erkennbaren Absicht bestehen, tatsächlich Gutes für die Bürger in Bayern erzielen zu wünschen.
Allerdings besteht hier genauso erkennbar ein gewaltiges Defizit zwischen Anspruch und echten Realität.
Dessen Mängel die Frage aufwirft, ob dies nur unverbindliche Empfehlungen sind, an die sich jede Schule halten kann wie sie will, oder wenn nicht. warum es so offensichtlich an einfachsten Kontrollen fehlt, um derart eklatante Abweichungen von Vorgaben nicht wahrzunehmen?

Denn an welcher Grundschule werden Schüler in entspannter Atmophäre in ihrer Persönlichkeit gefördert?
Ist es nicht eher so, dass Leistungsdruck und Konkurrenzgebahren schon ab der ersten Klassen das gemeinsame Klima vergiftet? Wo sind Schüler/innen nicht den willkürlichen Launen und/oder Antipathien der Lehrkräfte ausgesetzt?

An welchen Hauptschulen, lernen Schüler/innen nur ansatzweise etwas über die physische und psychische Betreuung von Säuglingen, oder Kleinkindern? Wo Geborgenheit/Sicherheit zu geben, oder Verantwortung zu tragen?

An welcher Realschule erfolgt erziehungskundlicher Unterricht? Wer sagt, dass im Wahlpflichtfach "Sozialwesen", Themen über Erziehungsbedürfnisse, bzw Erfordernisse abgehandelt werden?

An welchem Gymnasium setzen sich die Schüler verantwortungsfördernd mit dem Thema "Das Kind: Entwicklung und Erziehung im sozialen Umfeld" auseinander?
"Die Erkundung sozialpädagogischer Institutionen vermittelt den Schülern dabei u. a. den notwendigen Praxisbezug".
Wo bitte wird derartiges praktiziert?

In welcher beruflichen Bildungsmaßnahme, sofern sie nicht ohnehin eine sozialpflegerische Ausrichtung aufweist, wird denn heute noch real auf eine positive Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen eingegangen?
Ist es nicht eher so, dass gegenwärtig von der ersten Klasse bis zum Berufschulabschluss in überfüllten Klassenzimmern die anonyme Vermittlung überwiegend lebensfremder Sachinhalte den Schulalltag beherrschen?

Mensch Leute, hört euch doch mal unter Schüler/innen von Heute um!! Was in dem Schreiben so vielversprechend deklariert wird, findet doch real gar nicht statt. Allenfalls als nette Absichtserklärungen zu gebrauchen.
OK, wenigstens finden in Haupt- und Realschulen noch rudimentär anmutende Kochkurse statt. Kochen kann nachher dennoch kaum jemand wirklich.
Und warum werden überhaupt schulspezifische Unterschiede gemacht? Geradeso, als benötigten Gymnasiasten keine realen Koch- und Haushaltsführungsanleitungen, oder hilfreiche Unterweisungen in der Säuglings und Kinderpflege?



STOP - STOP - STOP


So kann und darf es nicht weitergehen!

Ich denke mit Blick auf diese Webseite und tatsächlichen Begebenheiten innerhalb unserer Bevölkerung, die in Erziehungsfragen weitgehend überfordert ist, dürfte inzwischen jedem klar sein, dass künftig mehr getan werden muss, um junge Menschen zu kompetenten und verantwortungsbewussten Eltern von Morgen heranzubilden.
Eine solche Ausbildung muss unterschiedslos alle Menschen in gleichem Umfang erreichen.
Deshalb gehört hier ein länderübergreifendes Lehrkonzept her, an dass sich alle Lehrer und Pädagogen ohne Konkurrenzgebahren orientieren sollten.
Dies schafft Vertrauen in die eigene Kompetenz und trägt dazu bei, dass jeder Lehrer/Pädagoge/Erzieher/innen ihr Wissen bundesweit zur Anwendung bringen könnten. Eben dort, wo sie gerade ohne landestypische Hürden benötigt würden.
Da ohnehin davon auszugehen ist, dass Kinderrechte als fester Bestandteil in unser Grundgesetzes einfließen wird, haben Kinder demgemäß auch ein Recht auf eine möglichst optimale und förderliche Erziehung.
Diese ist, wie man leider heute mehr denn je zur Kenntnis nehmen muss, nur durch eine fundierte vorbereitende Ausbildung der künftigen Eltern zu gewährleisten.
Damit erhält präventiver Kinderschutz erst jene tragfähige Bedeutung, die mit populistischen Schnellschüssen von Verantwortlichen aus Politik und Sozialwesen bisher nicht hergestellt werden konnte.
Deshalb bitte ich alle die hier mitlesen darum sich für die Umsetzung derartiger Ziele, wie ich sie auf dieser Webseite dargelegt habe möglichst stark zu machen.

Auch ich werde weiter daran arbeiten, indem ich in einem nächsten Schritt versuchen werde, die entsprechenen Kultusministerien der Länder für notwenige Reformen zu überzeugen.
Dabei erachte ich es als eine Schande sondersgleichen, wie angesichts rückläufiger Geburtenzahlen und kontinuierlich gestiegenen Schutzanstrengungen, Kindesmisshandlungen und Vernachlässigungen immer noch weiter ansteigen und dennoch, wie in diesem Fall staatsverantwortliche Kreise in unglaublicher Weltabgehobenheit glauben die täglich neuen Pressemeldungen von Kindesmisshandlungen, Vernachlässigungen, Missbrauch und zunehmenden Inobhutnahmen stellten lediglich bedauerliche Einzelfälle dar?
Ist in diesen Kreisen Mitmenschlichkeit bereits zu einem Fremdwort verkommen, wenn sie nötigen Handlungsbedarf nur noch wahrnehmen, wenn dieser aus Rückmeldungen und Bitten seitens Schulleitungen erfolgen?
Hat das reale Leid von Kindern oder die Stimme des Vokes keinen Wert mehr, um angemessen ernstgenommen zu werden?
Ich halte diese Praxis gegenüber jedem Kind, das irgendwo wegen derartig selbstherrlicher Versäumnisse zu leiden hat, für einen beschämenden Skandal.

Demgemäß habe ich in einem weiteren Schritt eine bundesweite Umfrage unter 1102 Rektoren von Grund/Haupt/Gesamt- Realschulen und Gymnasien durchgeführt, um zu erfahren, ob sie im Gegensatz zu ihren ministeriellen Direktiven mehr Handlungsbedarf in dieser Richtung erkennen?
Selbstverständlich werden hier später unter "Umfrage" die Ergebnisse, wie auch einzelne Reaktionen abzulesen sein, sofern mir gestattet wurde diese zu veröffentlichen.

ein dritter Anlauf

Mit diesen Schreiben habe ich mich (abgeschlossen am 22. 08. 2008)
an 1102 Schulleiter/innen gewandt. siehe Link:


> > >. .Umfrage . .< <
<

 

Mit offener Bestürzung habe ich Ende Oktober 2008 das Resultat meiner Umfrage zur Kenntnis nehmen müssen.
Kann kaum glauben, dass sich von 1102 einzeln angeschriebenen Schuldirektoren/Innen, trotz erkennbar ernsten Inhalts tatsächlich nur 5 Schulleiter zu einer kleinen Reaktion bewegen ließen.
Dies entspricht einer Rückmeldequote von 0,46%.

Bin ehrlich gesagt perplex und ratlos zugleich, denn selbst der bayrische Lehrerinnen und Lehrerverbandspräsident, (BLLV) Herr Wenzel, mit dem ich vor den Sommerferien 2008 in Kontakt stand, versicherte mir in einer Email, dass mein Anliegen wörtlich: "im höchsten Maße unterstützungswürdig" sei.
Auf das Ergebnis dieser Umfrage angesprochen, erklärte mir der Präsident, dass er aufgrund der neuen Landtagsabgeordneten, die er zu "betreuen" habe, außerstande sei, sich diesem Anliegen näher anzunehmen und riet mir stattdessen meine Enttäuschung einfach zuzulassen, um später noch einmal einem neuen Anlauf zu versuchen. DANKE!

Doch ja, ich bin zutiefst geknickt, nicht zuletzt, da sich kurze Zeit später herauskristallisiert, dass ich auch seitens ehemaliger Heimkinder in meinem Bemühen null Unterstützung zu erwarten habe.
Ihnen geht es mehrheitlich, (wer will es ihnen verdenken), um sich selbst und mögliche Entschädigungsbestrebungen.
Woraus sich nicht nur in ihrem Streben ableiten läßt, dass sich im evolutiven Sinne, eben doch noch immer jeder stets am nächsten ist, wenngleich es dahingehend zahlreiche Beispiele gibt die mit ihrem selbstlosen Streben das Gegenteil belegen.

Ende 2008 habe ich zu keinen Aktionen mehr irgendwelche Ambitionen. Stattdessen wird mir immer klarer, dass (nicht nur bei uns) unsere Gesellschaft von gnadenlosen Egoisten beeinflusst wird, um für sich und ihre verwandtschaftliches Umfeld größtmögliche Vorteile zu sichern.

Die ausgebliebenen Antworten, darf ich demgemäß als feige Absagen an gesellschaftlichen Veränderungen bewerten.
Feige, weil sich diese gesellschaftliche Führungsschicht, ähnlich wie in Kirchenkreisen üblich, unbequemen Fragen, oder Forderungen, egal wie berechtigt sie sind, gern mit beharrlichen Schweigen zu entziehen versuchen.
Unter Umständen könnte auch die Vermutung ins Feld geführt werden, dass mit derartiger Ignoranz nach außen signalisiert werden will, dass man an den eigenen Schulen keine Probleme hat. Denn gäbe es welche, könnte dies von unliebsamen Neidern als Führungsschwäche reklamiert werden. Um demnach die persönliche Angriffsfläche so gering wie möglich zu halten, kann, ja muss Schweigen durchaus als machtstrategischer Faktor verstanden werden.
In gleichem Atemzug sehe ich hier die Notwendigkeit gegeben, die etwaigen Nutznießer eines Bildungssystems kenntlich zu machen, dass entgegen einschlägiger Erfahrungen noch immer daran festhält junge Menschen gemäß ihrer sozialen Herkunft selektiv zu behandeln?
Nutznießer können nur jene sein, die andere Menschen gepaart mit einer gehörigen Portion von Obrigkeitshörigkeit, möglichst dumm und unselbstständig halten müssen, um diese des eigenen Vorteils Willen, geschickt ausnutzen und ausbeuten zu können.
Zu weit hergeholt? Ich denke nicht, denn wer wüsste nicht dass zahlreiche Sprösslinge der geistigen und wirtschaftlichen Elite unseres Landes kaum mehr öffentliche Schulen besuchen.
Und jene die es dennoch wagen, haben kaum mit Unwägbarkeiten zu rechnen, wenn die Eigeninteressen durch gesellschaftliche Hofierung gegenüber den Schulleitungen und entsprechend großzügigen Elternspenden begleitet werden.

Nun gut, auch mit derart verheerenden Nichtreaktionen werde ich umgehen müssen.
Eben eine weitere Lebenserfahrung, mit der ich zugegebenermaßen bei weitem nicht gerechnet hatte. Entsprechend befand sich meine Motivation einige Wochen und Monate geradezu auf einem Nullpunkt.
Zu sehr wird daraus die gesellschaftlich Heuchelei und Verlogenheit ersichtlich.
Doch wie sagt man so schön, - "Zeit heilt viele Wunden".
So auch meine Enttäuschung, indem mir immer öfter in den Sinn kommt, dass weder meine eigene Erfahrungen, noch das Leid von zigtausenden fremden Menschen umsonst gewesen sein soll. Zumindest möchte ich wenigstens den Versuch gewagt haben, notwendige Änderungen ins öffentliche Bewusstsein zu tragen.
Mit dieser Webseite habe ich zumindest eine kleine Möglichkeit mein Bemühen transparent zu machen, worauf sich die Öffentlichkeit hoffentlich eines Tages einen eigenen Reim machen wird.
Leider bin ich kein begnadeter Rhetoriker der sich beliebig mit spontanen Reden in Szene zu setzen weiss. Habe eher Angst im Rampenlicht zu stehen, daher kommt mir diese stille Form der öffentlichen Auseinandersetzung sehr entgegen. Werde demnach weiter versuchen meine Anregungen an öffentliche Entscheidungsträger/innen heranzutragen.

Ein langer Weg

©: Andrea Zachertl / pixelio.de
ein erster Anlauf

 

 

Die erste Frage die sich stellte ist:

An wen werde ich mich wenden müssen damit meine Stimme überhaupt mal zur Kenntnis genommen wird?
Denn schon die ersten Ansätze zeigen, wie schwierig es werden wird, um als einfacher Mensch mit dieser Angelegenheit überhaupt Gehör zu finden.
So blieben ausnahmslos alle bisherigen, recht individuell verfassten Email-Anfragen und Bitten um Aufgreifen dieser Thematik und eventueller Unterstützung, an nachstehende Personen oder Einrichtungen bislang ohne jede Resonanz. Hier ein Musterbeispiel an Herrn Prof. Schrapper.
In alphabetischer Reihenfolge:


AGSP (Arbeitsgemeinschaft für Sozialberatung und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt Pflegekinder)
Fand hier schon mal vor 2-3 Jahren Verständnis für mein Anliegen.

Herr Dippel, (Gegenwärtiger Leiter meines einstigen Erziehungsheim Gottshütte) Zeigte zunächst Interesse an meiner Webseite, bzw. bot mir vor 2/3 Jahren eine Verlinkung meiner Webseite an.

Frau Dr. Jäckel (freie Jornalistin / Autorin) Die sich für ein verständnisvolleres gesellschaftliches Miteinander und Schutz von Kindern angenommen hat.

Herr Prof. Pfeifer (Kriminologe vom Forschungsinstitut Hannover. Der sich ebenfalls schon mal öffentlich für eine Veränderung von schulischen Lerninhalten aussprach)

Herr Schäfer
(Diplom Psychologe, Pfarrer und Studienleiter der Evangelischen Akademie Bad Boll.
Kenner der Heimkinderproblematik

Herr Dr. Schmidt Salomon
(Philosoph, Schriftsteller. Vorstandsprecher der Giordano-Bruno-Stiftung.de) Der mir über Foren bekannt wurde und ihn für hoch kompetent halte, um so eine Idee in der Öffentlichkeit zu thematisieren.

Herr Prof. Schrapper (Leitender Erziehungswissenschaftler an der Universität Koblenz.) Der sich im Rahmen einer Fachtagung zur Heimkinderproblematik von mir angesprochen, spontan für diese Idee begeistert zeigte.

Herr Dr. Schüller (Verantwortlicher Forumleiter von www.med1.de) Der innerhalb dieser deutschlandweit einmaligen Forumsplattform wohl laufend mit den zahlreichen Folgen und Verlierer unserer Gesellschaft in Berührung kommt.

Frau Prof. Wolff (Vorstandsmitglied der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen eV.)
Mein Interesse ergibt sich klar aus ihrer Tätigkeit, wie auch ihrer Kenntnisse und Wirken zum Thema Heimkinder.

ein zweiter Anlauf

Hier werde ich im weiteren Verlauf darzustellen versuchen, auf welchen Wegen ich mich um die Einführung eines gewaltpräventiven, eigen und sozialverantwortungsbildenden, sowie elternvorbereitenden Schulfaches bemühen werde, dessen Inhalte ich bereits unter der Rubrik Ziele ziemlich klar umrissen habe.

Es wird vermutlich schwer bis unmöglich werden dieses Ziel zu erreichen, aber ich bin davon überzeugt, dass sich ein solcher Einsatz für alle Menschen in diesem Staat lohnt. Nur wird sich nie etwas verändern können, wenn nicht wenigstes ein ersten Schritt gesetzt wird, um weitere Menschen für solch eine Idee zu gewinnen, die sie wiederum weiter tragen, bis sie von verantwortlich leitenden Menschen in Politik und Sozialwesen aufgegriffen und zur Vollendung gebracht wird. Nur darum geht es mir. Schaun wir mal, wie weit der Weg führt.

Um erst mal eine brauchbare Richtung zu finden, wandte ich mich nun mit einem auf maximal 2000 Zeichen begrenztem Anschreiben, (siehe diesen Mustertext wie auch deren Antworten) nahezu identischen Wortlauts, über die neu entdeckte Webseite www.abgeordnetenwatch.de an verschiedene Fraktionsabgeordnete des Bundestages, die jeweils dem Bundestagsauschuss Familie-Senioren-Frauen-und-Jugend angehören.

Die Reaktionen fielen, wer wollte sich darüber wundern, freundlich, aber weitgehend unverbindlich aus.

Eine erfreuliche Ausnahme bildete hier der CSU-Bundestagsabgeordnete Herr Lehrieder, der meine Anregungen als einziger nicht nur interessiert kommentierte, sondern real zur Tat schritt und mein Anliegen umgehend an mein zuständiges Kultusministerium in Bayern weiterleitete.

Dafür bedanke ich mich nachdrücklich bei Herrn Lehrieder, denn möglicherweise hätte ich sonst niemals etwas von der abgehobenen Naivität erfahren, wie fern aller Realitäten unsere hochbezahlten Ministerialbeamten ihr eigenes Wirken beurteilen.
Ich denke, hier lohnt sich wirklich mal ein Blick auf den Anspruch des Antwortschreibens zu werfen und mit den eigenen Erfahrungen zu vergleichen, oder auch mal mit gegenwärtigen Schüler/Innen zu sprechen, inwieweit sie sich in den dargelegten Beschreibung wiedererkennen.



 

Bis auf eine wenig hilfreiche Antwort von Herrn Schäfer - Reaktion = 0
Hier der Wortlaut des Antwortschreibens aus dem Bayerischen Kulutusministerium an den Bundestagsabgeordneten Herrn Lehrieder. siehe Link:

> > > Ist-Zustand an Bayrischen Schulen? < < <

Meine Güte! Nach dem furchtbaren Amoklauf eines offensichtlich überforderten Schülers mit 16 Toten in Winnenden und Umgebung, wird Deutschland von einer Flut hilflos anmutender Erklärungsversuche überschwemmt.
Doch nicht nur die Opfer tragen zur Trauer bei, sondern wie ich meine auch die Inkompetenz der zahlreichen Experten und Fachverbände wie der hier geschilderte Vorgang als abschreckendes Beispiel unter Beweis gestellt hat.
Eigentlich wollte ich bis in die Sommerferien - meinen Urlaub - warten, um mich mit meinem Anliegen in einer weiteren Großaktion an zahlreiche politische Vertreter/innen zu wenden.
Die haarsträubende Pressemeldung der LINKEN zum Thema Kinderpornoprävention konnte ich jedoch unmöglich so stehen lassen und hat mich zur nachstehender Reaktion veranlasst.

Nachdem die Enttäuschung über die 0,46%-Resonanz auf meine bundesweite Schulleiterumfrage (1102) und ausbleibende Unterstützung einstiger ex-Heimis einigermaßen verdaut war, nahm ich einen neuen Anlauf, um meine Vorstellungen einem breiteren Publikum vorzustellen.
Meine Idee bestand darin, mich als Klassenelternsprecher meiner Tochter aufstellen zu lassen und darauf zu hoffen, weiter in den Schulelternbeirat gewählt zu werden, um aus dieser Position heraus, gegenüber Landeselternsprechern und Landeselternverbänden für meine Ideen zu werben.
Doch wie so oft im Leben, kam es bisher etwas anders als gedacht.

Nicht dass die Idee daran gescheitert wäre, nicht als Klassenelternsprecher, oder in den Schulelternbeirat gewählt worden zu sein.
Doch doch, das gelang dank unserer überaus passiven und verantwortungsabweisenden Gesellschaft wunderbarst im ersten Anlauf. Und eh ich mich versah, saß ich als stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender gleich weiter im Stadtelternbeirat.
Einem Gremium in dem sich aus allen 7 Schulen unserer Stadt, Abgeordnete derer Elternbeiräte zusammenfinden, um gemeinsam nach kinder- und jugendfördernden Initiativen zu suchen und deren Umsetzungen abzusprechen.
Wie z.B. die in Eigeninitiative angestellten Musikfachkräfte, um unseren Grundschulkindern einen fachgerechten Musikunterricht anzubieten, bzw. diese in freien Arbeitsgemeinschaften intensiv weiter zu fördern. Eben, weil bis dato der Musikunterricht in Grundschulen von beliebigen Lehrkräften ohne entsprechende Fachausbildung so quasi nebenbei unterrichtet wurde.

Nun ja, während der eigentliche Elternbeirat "meiner" bzw. Schule meiner Tochter sich lediglich darin begnügte, die Organisation der jährlich wiederkehrenden Events, wie Bewirtung der feierlichen Verabschiedung der Abschlussklassen, Besinnungsfrühstück in der Adventszeit, oder einen gemeinnützigen Schüler/Innenlauf und damit verbundenes Schulfest zu übernehmen, erwies sich der Stadtelternbeirat als besseres Gremium, um dort wenigstens mal meine Gedanken über die Einführung neuer Lehrinhalte vorstellen zu dürfen.
Zu meiner eigenen Überraschung erhielt ich von allen Stadtelternbeiratsmitgliedern spontane Zustimmung und so wurde ganz in meinem Sinne beschlossen, dass ich meine vorgetragenen Gedanken doch bitte auch dem Präsidium des bayrischen Landeselternverband vorstellen sollte.
Denn so der gemeinsame Wunschgedanke, würde sich der Landeselternverband ebenfalls für diese Ideen erwärmen, könnte dafür gleich sehr massiv, auf Eltern/Schul- und Ministeriumsebenen geworben werden.

Mit entsprechenden Enthusiasmus rief ich ein zwei Tage nach dieser ersten Stadtelternbeiratssitzung im Münchener Präsidium des Landeselternverbandes an.
Auch dort, fanden meine Vorstellungen insoweit Interesse, dass man mir zunächst ein Vorstellungsgespräch mit dem örtlichen Kreisvorsitzenden nahelegte.
Noch am selben Abend rief ich diesen Herrn, einen Professor mit Lehrstuhl an der Frankfurter Uni an.
Und tatsächlich, auch hier fand ich offene Ohren für mein Anliegen und beendeten nach anderthalb Stunden das überaus angenehme Gespräch mit der Absicht, meine Vorstellungen schriftlich zu skizzieren, um dessen Inhalte dem Landespräsidiums zur Diskussion vorlegen zu können.
Ich war begeistert. Soviel Verständnis und Entgegenkommen hatte ich bei weitem nicht erwartet.

Ein zwei Tage später hatte ich mein angedachtes Schreiben soweit fertig, um es meiner Art und Verständnis von Zusammenarbeit entsprechend erstmal als Entwurf allen anderen Stadtelternbeiratsmitgliedern mit der Bitte um mögliche Korrekturen und Ergänzungen per Email vorzustellen. siehe dieses Schreiben an den BEV. (bayrischer Elternverband)
Ich rechnete zwar nicht gleich mit vollen Zustimmungen, wohl aber mit einem interessiertem Feedback.
Doch zu meiner Verblüffung geschah tagelang erst mal gar nichts.
Nach rund 10 Tagen Wartens voller Fragezeichen, endlich eine erste Reaktion.
Allerdings ausgerechnet von einem Mitglied, dass an unserer ersten Sitzung gar nicht teilgenommen hatte, dem ich aber genauso wie allen anderen Mitgliedern auch meinen Schriftentwurf zugesandt hatte.
Er, ein recht prominenter Parteiaktivist und Abgeordneter des gymnasialen Elternbeirates, wetterte in überraschend aggressiven Tonfall über meinen Schriftsatz der darin gipfelte, dass er sich mit Blick auf unzulässige Übertreibungen und vorgebliche Verallgemeinerungen dagegen verwahrte, dass dieses Schreiben im Namen des Stadtelternbeirates an den Kreisvorsitzenden des bayrischen Landeselternverbandes abgesandt werden dürfe.

Ich war perplex. Denn kaum dass er seine Stimme via Verteiler erhoben hatte, meldeten sich nun auch weitere Stadtelternbeiräte, mit Bedenken zu Wort. Gleichfalls wie Ersterer ohne Erklärung, worin denn im Detail Anlass zur Kritik bestand, noch fand sich jemand, der bereit war konstruktive Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.
In der Mehrheit schlossen sie sich entweder den Worten des gymnasialen Kritikers an, oder verwiesen inhaltsleer auf die Notwendigkeit weiterführender Gespräche, die bei der nächsten Sitzung erörtert werden müssten.

Entsprechend sah ich der nächsten Stadtelternbeiratssitzung in Gewissheit einer kämpferischen Auseinandersetzung entgegen, innerhalb derer ich mit schlagkräftigen Argumenten und Statistiken zu überzeugen beabsichtigte.

Doch wer nicht zur nächsten Stadtelternbeiratssitzung kam, war eben jener Kritikvorreiter.
Und so dauerte es nicht lange, bis mit Ausnahme ausgerechnet meiner eigenen Elternbeiratsvorsitzenden, jedoch ohne ihre Kritik konkretisieren zu können, alle anderen Anwesenden meinem Anliegen wieder recht positiv gegenüberstanden und sich darauf verständigten zunächst auf regionaler Ebene zu testen, ob die Eltern schulpflichtiger Kinder meinen Argumenten einer Schulreformbedürftigkeit folgen würden.
Dazu sollte ich einen entsprechenden Vortrag ausarbeiten, den ich auf einem öffentlichen Symposium vor einem geladenen Publikum von Schulleitern, Religions-, Ethiklehrern, Schulbeiräten und natürlich auch Eltern vortragen sollte.
Ein Aufgabe, der ich mich durchaus gewachsen sah, da nahezu alle Menschen, mit denen ich bisher über dieses Thema sprach, anerkennende Zustimmung zu meinen Ambitionen äußerten und ich über ein fast schon unüberschaubare Fülle an untermauernden Meldungen, bzw. Argumenten verfüge.
Dennoch sah und sehe ich immer noch die Notwendigkeit einer aufbauenden Unterstützung, hinsichtlich einer formalen Gliederung und Ausgestaltung solch eines wichtigen Redebeitrages.
Meine Bitte um entsprechende Unterstützung aus dem Kreis des Stadtelternbeirats fiel dagegen sehr enttäuschend aus, da sich nicht einer/eine dazu anbieten mochte.
Plötzlich hatten alle so wenig Zeit, um einem solch wichtigem Anliegen keine konkrete Aufmerksamkeit mehr widmen zu können.

Natürlich sehe ich darin eher die Hilflosigkeit meiner Mitmenschen, sich ungern mit komplexen Themen beschäftigen zu müssen.
Doch auch ich bin kein Übermensch, um solch eine Aufgabe allein bewältigen zu können, zumal ich ohnehin gewohnheitsgemäß lieber aus einer zweiten oder besser noch dritten Reihe heraus, den Stein in´s Rollen bringen würde.
Demgemäß ist die Situation zur Zeit etwas festgefahren und habe mir für die nächste Zukunft vorgenommen, ähnlich einem Baukastensystem einen Argumentationspunkt nach dem anderen einer fiktiven Rede aufzubereiten, um sie hier anschließend zu veröffentlichen.
Ob´s zu irgend einen Nutzen führt, wird die Zukunft zeigen.

Auf entgegenkommendes Verständnis in Kultusministerebenen brauche ich wohl nicht zu hoffen, wie zum einen das Resultat der Schulleiterumfrage gezeigt hat, aus dessen Reihen sich gewöhnlich die Kultusminister rekrutieren.
Denn ja, ich hatte im Juni 2009 in Eigenschaft als Vorstandsmitglied des bayrischen Hausmeisterverbandes die Gelegenheit den "neuen" bayrischen Kultusminister persönlich kennenzulernen und ihn mit meinen Schulreformvorschlägen bekannt zu machen.
Die erfolgte Ablehnung kam für mich nicht wirklich überraschend. Eher überraschte das erkennbare Widerstreben sich überhaupt mal mit derart wichtigen Sachfragen auseinanderzusetzen. Denn während sich Herr Kultusminister Dr. Spänle kurz zuvor noch leidenschaftlich über parteipolitische Gegner ereiferte und seine Gesprächspartner mit rhetorisch geschulter Waffe geradezu niedermähte, würgte er mein Anliegen brüsk mit den einsilbigen Worten ab: "unmöglich, so etwas brauchen wir nicht".
Eben ein echter Vollblutpolitiker, wie er im Buche steht.
Nun, ich bin gespannt ob er bei seiner Haltung bleiben wird. Zumindest habe ich ihm versprochen, dass er noch von mir hören wird.
Und ist damit für mich Ansporn nicht aufzugeben, sondern zur Not auch allein weiter für spürbare Veränderungen innerhalb unseres Bildungswesens einzutreten.


ein vierter Anlauf