Fragliche Entschädigungsofferten am Beispiel Arbeitskreis Runder Tisch


Angeregt durch eine Veröffentlichung konkreter Entschädigungsforderungen (83.000 €) des Eckigen Tisches,
jenem Gremium, das den Missbrauchsopfern kirchlicher Internate des besseren Bürgertums gewidmet ist, entdeckte ich am 19. Sept. diese neue Webseite, mit der Überschrift:

ehemalige Heimkinder
Arbeitskreis runder Tisch

Nanu, was ist das denn für eine Webseite, von der ich bislang noch nichts gehört oder gelesen hatte, dachte ich so für mich.
Immerhin ist der Runde Tisch-Heimerziehung in Berlin damit beauftragt, die einst menschenrechtsverletzenden Behandlungen ehemaliger Heimkinder innerhalb staatlicher und kirchlicher Institutionen zu untersuchen und zu prüfen, in welcher Weise diese Gelittenen rehabilitiert und für ihr erfahrenes Leid entschädigt werden könnten.

Einzig dieser Frage scheint diese neue Webseite gewidmet zu sein, um dem Runden Tisch mit eigenen Lösungsvorschlägen zum Thema Entschädigungen und Rehabilitation entgegenzukommen. Denn augenscheinlich folgt nach der staatsgetragenen Holocausttragödie, nunmehr auch gegenüber Opfern des gewaltigsten staatlichen Unrechtssystems unserer Nachkriegsgeschichte der nächste Skandal, wenn das erfahrene Leid der Geschädigten von den Nachfolgeverantwortlichen, wie einst gegenüber den Opfern des Dritten Reiches, völlig unzureichend anerkannt, oder unangemessen ausgeglichen werden soll.

Dabei zeigt sich einmal mehr die paradoxe Situation, wie sich unter staatlicher Verantwortung Geschädigte erneut an leitende Staatsverantwortliche wenden müssen, um ihr erlittenes Unrecht zu reklamieren und auf gönnerhafte Gutsherrenlaune angewiesen zu sein, um Täterorganisationen zur Anerkennung eigener Verantwortung und gebotenen Entschädigungen zu animieren.
Insofern dürfte bereits hier jeder den bestehenden Interessenkonflikt der Verhandlungsseiten aller runden und eckigen Tische erkennen, wenn Täterorganisationen über die Konsequenzen ihres eigenen Tuns befinden sollen, deren neuzeitlichen Ansprechpartner zwar nicht persönlich am beklagten Unrecht beteiligt waren, sie sich aber dennoch als Hüter unseres vorgeblichen Rechtstaates definieren, oder zur Vertuschung und Verharmlosung der Unrechtpraktiken beitrugen.
Allein schon deshalb wären die Anliegen der ehemaligen Heimkinder aus meiner Sicht wohl besser beim europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg aufgehoben.

Denn mit dem Ende des Runden Tisches-Heimerziehung, dessen Ergebnisse der Öffentlichkeit Ende des Jahres vorgestellt werden, zeichnen sich bereits heute das Scheitern der Erwartungen ab, die die ehemaligen Heimkinder einst hoffnungsvoll auf dieses Gremium setzten.

Wenn man sich die Historie der vielfachen Bemühungen der ehemaligen-Heimkinder betrachtet, dann mag man angesichts der zahlreichen Dissonanzen untereinander, sowie der Zaghaften, Eigenbrötler, Schaumschläger, Habgierigen, Selbstdarsteller/innen, die allesamt eine gemeinsame Solidarisierung verhinderten um eine tatkräftige Interessengemeinschaft zu schmieden, zunächst geneigt sein, den ex-Heimkindern selbst das Scheitern ihrer Bemühungen zuzuschreiben.
Dies trifft jedoch nur bedingt zu. Denn wenn sich bislang kein durchgreifender Gemeinschaftssinn durchsetzen konnte, dann ist dieses Versäumnis einzig als Folge der zahlreichen biografischen Beschädigungen zu begreifen, die sie in ihrer Kindheit durch Kirche und Staat erfahren mussten.
Umso tragischer und entwürdigender, wenn sie sich nun als in die Jahre gekommene Persönlichkeiten erneut gegenüber Kirche und Staat im Sinne von angepassten folgsamen Kindern, regelrecht anbiedern müssen, um die Anerkennung ihrer verletzten Menschenrechte mit entsprechenden Entschädigungsansprüchen geltend zu machen.

Erbärmlich, wie sich Kirche und Staat nun seit Jahren winden, um das Bemühen der geschädigten Heimkinder auf einen möglichst geringfügigen Nenner zu reduzieren.

Erbärmlich, wie sie im vollen Wissen des rechtlich juristischen Ungleichgewichts, die Heimkindervertreter am runden Tisch regelrecht über den Selben gezogen haben.
Siehe mein Beitrag: Kungel zwischen Kirche und Staat

Entsprechend entwürdigend dürfte aller Voraussicht nach das Resultat des Runden Tisches Ende des Jahres veröffentlicht und damit erneut alle betroffenen Heimkinder zutiefst brüskiert werden.

Ich kann nur hoffen, dass niemand an den kommenden Ergebnissen zerbrechen wird, weil sich ex-Heimkinder inzwischen an Brüskierungen in jungen, wie nun wieder in fortgeschrittenen Jahren gewöhnen mussten.

Doch ja ich hoffe, dass später, auch mit den absehbar unbefriedigenden Ergebnissen, die Betroffenen dennoch eine friedvolle Übereinkunft für ihren letzten Lebensabschnitt finden werden.

Denn diese Übereinkunft sucht man mit Blick auf die Mitwirkenden der eingangs erwähnten neuen Webseite mit ihren veröffentlichten Rehabilitations- und Entschädigungsvorstellungen, die sie dem Runden Tisch devot wie beflissen anzudienen versuchen, leider wieder mal vergeblich.

Wieder mal in dem Sinne, weil wir hier alte Bekannte wieder treffen, die sich ähnlich wie zu den heftig kritisierten VeH-Anfängen unter konspirativen Umständen aus 5/6 Leutchen zusammensetzen und allen ernstes glauben mit ihren Ideen die Interessen einer Mehrheit von Heimkinderinteressen zu vertreten. Pikanterweise finden wir darunter Personen, die sich in der Vergangenheit alles andere als durch zuvorkommende Kooperationsbereitschaften auszeichneten.
Wie z.B. eine Person, die zu Zeiten ihres Wirkens in Diensten des Vereins ehemaliger Heimkinder, ausgesprochen selbstherrliche Kapriolen frönte und maßgeblich für die mangelnde Vereinskommunikation verantwortlich zeichnete.

Nun ja biografiebedingtes Misstrauen mit dem entsprechenden Faible für Alleingänge muss wohl auch dem einzigen akademischen gebildeten Heimkindervertreter am runden Tisch attestiert werden, der sich als ehemaliger Vorsitzender des VeH ebensowenig bemüßigt fühlte, seine Berufung zum Runden Tisch und sein dortiges Wirken in angemessener Weise mit der Vereinsbasis zu koordinieren. Ein Umstand, der letztendlich zu der einzigartigen Entkopplung der Heimkinder-vertretung am runden Tisch, von den Interessen der Basis aller ex-Heimkinder geführt hat.
Verursacher aller Widrigkeiten bleiben dennoch Kirche wie Staat, da sich in all den egozentrischen Abgehobenheiten lediglich die Folgereaktionen einstiger Heimerfahrungen, von misstrauenserweckenden Demütigungen, Gewalt und Missbrauch widerspiegeln.
Womit die Heimkindervertretung am runden Tisch-Heimerziehung auch für die anderen Beteiligten des runden Tisches erkennbar nur mehr eine Alibifunktion erfüllen konnten.

Schlimmer hätte es kaum kommen können, dass die verbliebenen Heimkindervertreter/innen am runden Tisch ohne jeden Rückhalt, oder anderweitigen Übereinkommen mit einer Betroffenenbasis am runden Tisch saßen und demnach wohl kaum in der Lage waren wunschgemäße Interessen der ehemaligen Heimkinder zu vertreten.. Entsprechend verheerend zeichnet sich das kommende Ergebnis des runden Tisches ab.

Ich denke schon heute prognostizieren zu dürfen, dass mit diesen drei Heimkindervertreter/innen alle ehemaligen Heimkinder mit all ihren schmerzlichen Erfahrungen, im wahrsten Sinn des Wortes über den runden Tisch gezogen wurden, um Kirche und Staat ohne nennenswerten Gesichts- und Vermögensverlust, für ihre rechtswidrigen Heimverwahrungspraktiken davonkommen zu lassen.
Sofern sich dieses Menetekel bestätigen sollte, haben für mich Kirche und Staat jeden Glaubwürdigkeitsanspruch verloren und spreche den kirchlichen und staatlichen Vertretungen am Runden Tisch jedes moralische, christliche oder soziale Gewissen ab.

Denn selbst wenn man ihnen entgegenkommend für die einst menschenrechtswidrigen Heimpraktiken herzlose, wie auch blinde Naivität zubilligen würde, so kann anhand der geschichtlichen Nachbetrachtung kein Zweifel darüber bestehen, dass Heimkinder systematisch geschädigt wurden und ihnen genau jene förderliche Fürsorge versagt blieb, aufgrund genau dieses attestierten familiären Mangels staatliche Ordnungsorgane Heimeinweisungsbeschlüsse erließen, mit dem nicht wenige Kinder und Jugendliche lediglich vom Regen in dien Traufe gerieten.
Wobei inzwischen hinlänglich bekannt ist, dass sowohl die Unrechtspraktiken in zahlreichen Heimeinrichtungen, als auch die Folgen der unterlassenen Interventionen zugunsten der eingewiesenen Heimkinder schon damals hinreichend bekannt waren und somit den gegenwärtigen Nachfolgeverantwortlichen die Einsicht ermöglichen sollte, dass die einstigen Heimkinder in ihrer Mehrheit systembedingt Opfer widrigster Menschenrechtsverletzungen und Zwangsarbeit wurden, wie dieses Prädikat bereits von zahlreichen Fachexperten als solches wiederholt benannt und anerkannt wurde.

Entsprechend dürften die jüngsten Rehabilitations- und Entschädigungsvorschläge der hier einsam agierenden ex-Heimkinder als erbarmungswürdiger Versuch verstanden werden, den komplexen Verteidigungs- wie Verweigerungstaktiken von Kirche und Staat eine entgegenkommende Offerte anzudienen, deren niederschwelliges Angebot allem Anschein nach der Verzweiflung geschuldet ist, am Ende trotz aller bisherigen Anstrengungen weitgehend leer ausgehen zu müssen.

Ein aus meiner Sicht äußerst fragliches Unterfangen.
Denn wenn es nach mir ginge, würde ich Kirche und Staat keine Chance bieten, sich für ihre Verbrechen mit einem demütigenden Almosen aus der Verantwortung stehlen zu dürfen, ähnlich wie sich diese jüngst gegenüber besser gestellten Missbrauchsopfern aus kirchlich geführten Internaten mit Entschädigungszahlungsangeboten von 5000 € bzw. 2000 Euro beißenden öffentlichen Spott preisgaben.
Tja, wenn ums Geld geht, ist man sich für nichts zu schade, um das pralle Kirchensäckel mit niemanden teilen zu müssen.
Siehe auch folgende Meldung: "Kirche will keine pauschale Opferentschädigung zahlen."

Wobei Heimkinder eher ärger und länger betroffen waren, hinter denen keine gutmeinenden Eltern standen, die auf eine besonders gute Ausbildung ihrer Sprösslinge bedacht waren.
Heimkinder galten als "gesellschaftlicher Abschaum", denen gegenüber man mit aller Selbstverständlichkeit Menschenrechte und ihre Persönlichkeiten brach, aufgrund derer die meisten ex-Heimkinder tiefgreifende Schäden davontrugen. Darunter nicht wenige ex-Heimkinder, die nach ihren Entlassungen entwurzelt und orientierungslos keinen Platz in dieser Gesellschaft fanden und aus Scham und anhaltender seelischen Pein, frühzeitig ihr qualvolles Dasein von eigener Hand beendeten.

Das kann und darf unter gar keinen Umständen umsonst gewesen sein!

Nein dieser Stachel von kirchlicher und staatlicher Schuld, sowie deren neuzeitliche Bruch allgemeinverbindlicher Normen sozialen Zusammenlebens sollte meiner Ansicht nach durch Ablehnung aller faulen Kompromisse so lange in ihr Fleisch getrieben werden, bis sie sich ihrer Unglaubwürdigkeit wegen kaum noch trauen dürfen, öffentliche Plätze zu betreten, ohne das vor ihnen verächtlichst ausgespuckt wird.
Denn das Abweisen jeder christlichen und sozialen Verantwortung, unter Hinweis fehlender Rechtsgrundlagen, bzw. überschrittener Verjährungsfristen kann angesichts der Dimension und gesellschaftlichen Bedeutung um die es hier geht nur als blanker Hohn bezeichnet werden, wenn man weiß, wie schnell und flexibel unsere Staatsverantwortlichen gewöhnlich auf weit unbedeutendere Erfordernisse reagieren.

Deshalb bin ich über den Kniefall dieser runden Tisch-Initiative, dem sich die VeH-Spitze aus Ermangelung eigener Ideen eilfertig anschloss, alles andere als erfreut oder einverstanden.
Klar kann ich verstehen, dass vielen von uns, die auf ein entbehrungsreiches Leben zurückblicken müssen, ein Spatz in der Hand erstrebenswerter scheint, als die entfernte Taube auf dem Dach. Aber sind ehemalige Heimkinder inzwischen wirklich schon so entwürdigt worden, um sich mit Almosen für ihre teils erheblichst beschädigten Biografien abspeisen zu lassen?

Sind 20000 bis 120000 Euro genug für all die langjährigen Entbehrungen und Seelenqualen, die 100-Tausende ex-Heimkinder zeitlebens begleitet haben, während es sich für 50000 Euro hochgestellte Verantwortliche aus Kirche und Staat innerhalb weniger Luxusurlaubswochen sattsam gut gehen lassen können.
Ist es gerecht von einer ähnlichen Summe für Dein restliches Leben zu zehren, wo gegenwärtige Mitmenschen bereits für einmalige Beleidigungen, oder verletzte Eitelkeiten breits etliche Tausend Euro-Entschädigungen zugesprochen bekommen. Wo bleibt hier jede vernünftige Relation? Ach so, sind ja nur Heimkinder. Schwamm drüber und gut ist?

Nein, ich halte Entschädigungen in derart niedrigen Höhen für all die erlittenen Lebensqualen für absolut zu niedrig bemessen.

Unsere selbstgefälligen Kirchenfürsten können froh sein, dass sie nicht nach biblischen Maßstäben beurteilt werden, denn gemäß 2. Mos. 22:21/23 hätten alle jene, die Verantwortung an Übergriffen gegenüber Witwen und Waisen zu tragen haben, für diese Verfehlungen mit ihrem Leben statt lächerlichen Almosen zu bezahlen.

Nun von solch archaischen Praktiken sind unsere "Gottesmänner" vorerst gefeit.

Aber wäre es nicht angebracht, Entschädigungen an jenen monatlichen Durchschnittsbezügen zu orientieren, die Kirchen- und Staatsverantwortliche in vergleichbaren Altersstrukturen bis zu ihrem Tode für ihre "Lebensleistungen" zur Verfügung stehen? Mir ist dieser Gedanke in Hinblick auf ausgleichende Gerechtigkeit und Entschädigung überaus symphatisch.
Damit wäre wenigstens sichergestellt, dass die Betroffenen ihren letzten Lebensabschnitt ähnlich frei von materiellen Sorgen verleben dürfen, wie dies kirchlichen und staatlichen Verantwortungsträgern einschließlichen Annehmlichkeiten realisierbar ist, die für Menschen mit ungebrochenen Biografien als Selbstverständlichkeiten gelten. Zudem dürfte die finanzielle Sicherheit sie bei späterer Pflegebedürftigkeit vor erneuten retraumatisierenden Heimerfahrungen bewahren, wenn sie damit in der Lage wären, private Pflegedienste in Anspruchen zu nehmen..

Gemessen an dem Voranpreschen der hier einsam Agierenden, halte ich selbst die einst erhobene 25 Milliarden-Forderung für sinnvoller.
Weil ganz offensichtlich Entschädigungen diese Gesellschaft erst richtig weh tun müssen, um die Einsicht zu fördern, gemeinsam weit mehr zum präventiven Schutz all seiner Mitbürger beizutragen.
Eine pauschale 25 Milliarden-Entschädigung könnte hier genau das richtige Signal setzen.
Denn es dürfte abzusehen sein, dass nur ein Bruchteil der etwa 800.000 Betroffenen einen realen Anspruch auf Entschädigungen erheben werden, da sich bereits sehr viele ex-Heimkinder mit ihrem Leben arrangiert haben - ihren Seelenfrieden gefunden haben und kaum mehr Interesse besteht, sich gegenüber ihrem sozialen Umfeld erniedrigend als Opfer definieren zu müssen.

Dies gilt es zu respektieren, ohne das der Staat daraus Kapital schlagen darf. Denn im gleichen Atemzug gilt es, all den zahlreichen toten ex-Heimkindern Rechnung zu tragen, die ihrem erfahrenen Leid durch eigene Hand bereits ein frühzeitiges Ende setzten.
All diesen sollte diese symbolische 25-Milliarden-Summe gewidmet sein, um aus solch einem denkmalgleichen Fond die Ausbildung zukunftsgerichteter Pädagogen zu finanzieren, die damit in die Lage versetzt würden, nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen ihr erworbenes Wissen zum Segen künftiger Kindergenerationen an die Eltern von Morgen weiterzuvermitteln.
Wenn es damit gelingt, künftige Kindergenerationen vor schmerzlichen Heimerfahrungen zu bewahren, dann waren all die vorangegangenen Opfer wenigstens nicht vollkommen umsonst gewesen.

Wäre das nicht eine sinnvolle Idee? Denn seitens Kirche und Staat gibt es bis heute trotz aller Erkenntnisse und bekennenden Sonntagsreden noch immer kein erkennbares Bemühen, um etwas zum grundlegenden Schutz künftiger Kindergenerationen beizutragen. Wenn sie nicht zum Handeln bereit sind, wäre es da nicht ein passendes Zeichen, wenn dieses Bemühen von ehemaligen Heimkindern ausgehen würde?
Damit wäre endlich weitgehend Schluss mit den sprudelnden Gewinnen, die unsere Kirchen bisher aus ihrer monopolisierten Leidensverwaltung von gelittenen Kindern abschöpfen konnten, statt an grundlegenden Gesellschaftsreformen mitzuwirken.

Ich bedauere sehr, dass dieser Gedanke, für den ich ja nun wahrlich lange Zeit genug um Aufmerksamkeit bitte, weder von den Initiatoren und Mitwirkenden des Arbeitskreises Runder Tisch in ihrem Positionspapier, noch vom Verein ehemaliger Heimkinder aufgegriffen, oder ansatzweise berücksichtigt wurde.
Hingegen begnügen sie sich in der durchaus gutmeinenden Forderung um aktive Mitsprache und Kontrolle gegenwärtiger und künftiger Heimeinrichtungen. Womit für meine Begriffe eher der Status Quo verfestigt wird, statt an grundlegenden, positiven Veränderungen innerhalb unserer Gesellschaft mitzuwirken.

Aus all dem zeigt sich wieder, wie wichtig ein gemeinsamer und wertschätzender Dialog auf allen Ebenen des Lebens ist, um nicht in ähnlich selbstgefällige Fahrwasser zu geraten, wie sie uns durch Kirche und Staat vorgezeichnet werden. Nämlich dann, wenn wir den Eigennutz von Kirche und Staat beklagen, aber um des eigenen Vorteils willen nicht bereit sind, uns selbst für förderliche Gesellschaftsziele einzusetzen.

Klaus Klüber
30. September 2010

siehe auch Beitrag zum entwürdigen Entschädigungsmodel
des runden Tisch Berlin

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