Der Nachweis des eklatanten Versagens staatlicher Überwachungsorgane.

 

Das Zusammenleben unsere staatlichen Gemeinschaft, dessen Rechte, aber auch Pflichten jeder Bürger automatisch mit seiner Geburt in diesem Lande erwirbt, wird durch unser Grundgesetz geregelt, an das sich jeder rechtsverbindlich zu halten gezwungen ist.
Es ist demnach niemanden möglich, sich diesem zu entziehen, ohne dass dies strafrechtliche Sanktionen nach sich ziehen würde. Bereits derartige Versuche werden geahndet.

Womit erkenntlich wird, wie wichtig, wie auch verbindlich dieses Grundgesetz ausnahmslos für alle Bürger in diesem Staat ist, um unser gemeinsames Zusammenleben zu regeln und darüber hinaus jedem einzelnen Bürger, weitreichenden individuellen Lebensschutz zuzusichern.
Dies sind in jeder Hinsicht ehrbare und erstrebenswerte Absichten, damit jedem von uns ein glückliches Leben in Würde, Freiheit und Unversehrtheit ermöglicht wird.
Hieraus wird erkennbar, dass die Gründungsväter unseres Grundgesetzes dem individuellen Lebensschutz die höchstmögliche Beachtung beigemessen haben, dessen Bemühen sich ja nun in den zahlreichen Artikeln dieses Grundgesetzes widerspiegeln.

Schutz, den in besonderer Weise Behinderte, hinfällig gewordene ältere Menschen und natürlich Kinder benötigen, die kaum, oder noch nie für sich selbst einstehen - sprechen konnten bzw. können.
Für deren grundgesetzliche Rechtswahrnehmung sich ausdrücklich die staatlichen Organe verpflichtet haben.

In Bezug auf Kinderschutz heißt es hierzu im Grundgesetz:

Artikel 6 (Ehe und Familie; nichteheliche Kinder)

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.
Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Mit Blick auf erkennbar zunehmende Meldungen entsetzlicher Misshandlungen, gedankenloser Vernachlässigungen oder sexuellen Missbräuchen gegenüber Kindern und Jugendlicher, die mehrheitlich von Seiten der eigenen Eltern, Familienangehörigen oder neuen Lebenspartnern/innen verübt werden, möchte ich die Frage stellen:

In welcher Weise kommt die staatliche Gemeinschaft der im Grundgesetz verfügten Überwachung einer förderlichen Entwicklung und Erziehung von Kindern überhaupt nach?
Und wie werden Eltern in ihrer einzigartig verantwortungsvollen Aufgabe der Kindererziehung von Seiten des Staates unterstützt?
Ich denke diese Fragen wissen spätestens alle Menschen ab dem Zeitpunkt zu beantworten, an dem sie selber Eltern von Kindern geworden sind.
Und zwar völlig unabhängig vom sozialen Status, oder Einkommen.

Sie alle werden die Erfahrung teilen, dass sie sich nahezu unvorbereitet auf das Abenteuer Kinderpflege und Kinderziehung eingelassen haben und situationsbedingt erst mühsam lernen müssen, wie sie auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Kinder einzugehen haben.

Diesen Part, den ich gern in die Rubrik, natürliches Erziehungsrecht, oder natürlich intuitives Handeln einordnen möchte, findet zwar in den meisten Erziehungsbemühungen ein halbwegs gutes Ende, dem stehen jedoch Hunderttausende Kinderschicksale gegenüber, denen aufgrund mangelnder Verantwortungsbereitschaft, oder schlicht nicht vorhandener Erziehungskompetenzen ihrer Eltern eine schmerzhafte, erniedrigende, lieblose beengte, würdelose und damit häufig unglückliche Kindheit beschieden wird.

Aber auch wenn in solch aktenkundigen Fällen die staatsgemeinschaftliche Überwachung "erfolgreich" war, (tatsächlich?) so wird die darauf folgende Heimerziehung, niemals ein liebvoll geprägtes Elternhaus ersetzen können. Womit diesen betroffenen Kindern bereits unwiederbringlich ein hohes Maß an Lebensglück genommen ist. Dessen Ausmaß sich nur unter der schweren Vorstellung erahnen lässt, wie wir uns fühlten, wenn wir selbst oder unsere eigenen Kinder, wiederholten erniedrigenden Demütigungen, schmerzhaften Misshandlungen, offener Nichtachtung, oder gar schmierigen sexuellen Missbrauch ausgesetzt wären.

Wollten wir uns oder unseren Kindern gegenüber den immensen Verlust an unbeschwerter Fröhlichkeit, Glück und Lebensfreude zumuten, der zweifellos damit verbunden wäre?
Ich hoffe doch nicht!

Sensationsträchtige Pressemeldungen und aktenkundige Heimkinder spiegeln hier nur die einsame Spitze beschädigter Kinderseelen und gescheiterter Erziehungsbemühungen wieder, während die weit größere Anzahl leidgeprüfter Mädchen und Jungen erst gar nicht von staatlichen Kontrollorganen erfasst werden und damit dauerhaft an Lebenswürde, Lebensfreude und Lebensqualität beraubt werden.
Eben jene schützenswerten Eigenschaften, deren Gut sich sowohl unser Grundgesetzt, wie auch nahezu alle 16 landeseigene Verfassungen, besonders Kindern gegenüber verpflichtet haben!

Nur spiegelt sich dieses Bemühen in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht wieder, um den Menschen das nötige Rüstzeug zu vermitteln, um sich gegenüber ihren eigenen Kindern als erziehungskompetente Mütter und Väter zu erweisen.

 

Das Bundesland Bayern bildet in dieser Hinsicht eine einzigartige Ausnahme.
Denn nur in der bayrischen Landesverfassung wird nicht nur verbindlich sondern
auch im besonderen, ein elternvorbereitendes Bildungsziel deklariert. Dieses lautet:

Artikel 131

(4) Die Mädchen und Buben sind außerdem in der Säuglingspflege, Kindererziehung und Hauswirtschaft besonders zu unterweisen.

Doch was so erwartungsfroh die bayrische Verfassung ziert, erschöpft sich bei realer Betrachtung für zukünftige Eltern in rudimentären Kochanleitungen.
Die weit wichtigere Säuglingspflege und Kindererziehung wird dagegen weder in Bayern, noch in einem anderen Bundesland innerhalb eines elternvorbereitenden Schulunterrichtsfaches thematisiert.

Angesichts weit um sich greifender Familienauflösungen, fehlender Verantwortungsbereitschaft, weitgehender Orientierungslosigkeit und Inkompetenz in Erziehungsfragen völlig überforderter Eltern und Alleinerziehenden, (Siehe Ursachen im Detail) wird hier deutlich erkennbar, wie unsere staatliche Gemeinschaft ihrer Überwachungsaufgabe zum Schutz unsere Kinder weitgehend schuldig geblieben ist. Denn dass zu diesen Themen erkennbarer Handlungsbedarf bestand, ist zumindest insoweit bekannt, da dieses Ziel zum Schutz aller Kinder sowohl ins Grundgesetz wie auch in alle Landesverfassungen aufgenommen wurde.

Geradezu beschämend empfinde ich, dass sich sowohl, staatliche Kontrollorgane, wie auch hochrangige Forschungsexperten aus Sozialwissenschaften und Gesundheitswesen, denen das Leid zum Teil schwerst geschädigter Kinder nur zu gut bekannt ist und darüber Tausende von Doktorarbeiten erarbeitet haben, wie auch erforschende Professuren erhielten, bis auf den heutigen Tag keine nachhaltig erkennbaren Anstrengungen unternommen haben, um unseren Kindern zu ihrem im Grundgesetz festgeschriebenen Rechten zu verhelfen.

Im Grundgesetz und in den Landesverfassungen wird in diesem Zusammenhang stets auf weiterführende Gesetzte verwiesen die im Einzelnen auf bestehende Hilfsbedürfnisse eingehen. Wenn wir uns das Kinder und Jugendhilfegesetz als 8. Kapitel des umfassenden Sozialhilfegesetzbuch betrachten, dann wird jedoch sehr schnell klar, dass: 1. die meisten Schutzanstrengungen zu spät greifen und 2. noch weniger vorbeugend von (künftigen) Eltern in Anspruch genommen wird.
Um es auf den Punkt zu bringen: Es fehlt den Bürgern an einer verbindlichen Vorbereitung auf ihre Elternrolle!

Angesichts dieses eklatanten Debakels, dessen Versäumnissen wegen, noch immer jeden Tag zahlreiche Kinder oftmals unbeabsichtigt zu Opfer fehlender Erziehungskentnisse werden, fordere ich politisch und sozialverantwortliche Menschen auf, sich umgehend für eine adäquate Anwendung unseres Grundgesetzes zum Schutze aller Kinder in unserem Land einzusetzen.
Es darf keinesfalls mehr bei der gängigen Praxis bleiben Kindern erst dann unsere hilfreiche Hand anzubieten, wenn wir sie zuvor sehenden Auges in den sprichwörtlichen Brunnen fallen ließen.
Denn es dürfte hinreichend bekannt sein, dass die meisten Schutzanstrengungen für Kinder zu spät greifen, weil sie nahezu ausschließlich an Symptomen ansetzen.

Lasst uns bitte gemeinsam für Präventivmassnahmen eintreten, die solch eine Bezeichnung verdienen.
Wie sie idealerweise in der Umsetzung eines neu zu schaffenden Unterrichtsfaches bestünde, mit dessen Hilfe unseren Kinder die nötigen Kompetenzen vermittelt werden, um sie auf ihre Elternrolle von Morgen vorzubereiten:
Warum sollten, wir unseren Kindern nicht zu Experten in eigener Sache heranbilden können, um sie für die vielfältigen und verantwortungsvollen Erziehungsaufgaben ihrer eigenen Kinder fit zu machen?

Wie bereits unter den Rubriken Folgen und Ziele dargestellt wurde,
werden nicht nur unsere Kinder von einem gewaltpräventiven, eigen- und sozialverantwortungsfördernden und im Besonderen von einem elternvorbereitenden Unterrichtsfach profitieren.
Nein, wir alle ob groß oder klein, werden wie künftige Generationen von Kindern und Mitmenschen dieser staatlichen Gemeinschaft die lebensbejahenden Auswirkungen solcher Bemühungen durch einen spürbaren Zugewinn an Lebensqualität davon tragen können.

Ich bin davon überzeugt, dass sich von diesem Ziel sehr viele Menschen angesprochen fühlen und möchte Sie liebe Leser/innen darum bitten:
Sprechen Sie dieses Thema auch in Ihrem Verwandten-, Bekannten-, Freundes-, wie auch in sozialen und politisch aktiven Kreisen an, damit sich ein Bewusstsein für derart notwendige gesellschaftliche Reformen herausbilden kann.
Der erste Schritt in diese Richtung beginnt stets damit, dass wir über ein Thema sprechen.
Bitte mischen Sie mit, diskutieren Sie mit und fordern Sie bitte die überfällige Umsetzung
der
staatlichen Überwachung zum Schutz unserer Kinder mit Ihrer aktiv Stimme ein.